"Immoment"
beschleunigt
Gebäudebewertung
und
Kreditentscheidunng
SIEGFRIED
GRASS
HANDELSBLATT,
1.8.2003
BOCHUM. Das
entscheidende
Kriterium
für die
Bewertung
eines
Immobilienobjektes
ist
bekanntermaßen
die Lage.
Doch nach
welchen
Kriterien
lassen sich
gute und
schlechte
lagen
voneinander
unterscheiden?
Ist eine
heute als
gut
eingestufte
Gegend auch
künftig ein
bevorzugter
Ort? Fragen,
die sich
alle
stellen, die
mit der
Bewertung,
dem Kauf und
Verkauf von
Immobilien
zu tun
haben.
Neben
Erfahrung
zählen
Informationen.
Während man
Erfahrungen
erst mit der
Zeit
gewinnt,
sind die
Informationen
über
bestimmte
Immobilien
in der Regel
bereits
vorhanden.
Man muss sie
nur
zusammentragen.
Im Zeitalter
der
automatischen
Informationsverarbeitung
und des
Internets
kann dieser
mühsame
Prozess
durch den
Zugriff auf
eine
Datenbank
abgekürzt
werden. Aus
der
Datenbank
"Immoment"
mit 5,9
Terabytes
lassen sich
vielfältige
Informationen
über die
rund 17,5
Millionen
deutschen
Immobilien
zwischen
Sylt und
Kempen
abrufen.
"Würde man
diese
Informationen
alle
ausdrucken,
würde das
ein
Papierstapel
ergeben, der
umgekippt
von Bochum
bis hinter
Nürnberg
reichen
würde",
beschreibt
Michael
Andrae,
Geschäftsführer
der Bochumer
Immo-Check,
Gesellschaft
für
Informationsservice
mbH, das
gewaltige
Informationsangebot
der
Datenbank.
"Einfach
gesagt",
führt Andrae
aus,
"sammeln wir
alle
möglichen
Informationen
über
Immobilien
und dazu
verknüpfbaren
Daten,
bereiten sie
geodätisch
(vermessungstechnisch)
auf und
bieten sie
konzentriert
wieder an."
Damit wird
Kreditsachbearbeitern,
Maklern und
anderen
Immobilienprofis
viel Arbeit
mit einem
Mausklick
abgenommen.
Das Angebot
der Bochumer
ist derzeit
noch eine
Lösung für
Profis -
B2B, wie es
in der
Internet-Fachsprache
heißt. Nur
eindeutig
identifizierte
Nutzer
hätten
Zugang zum
System,
versichert
Andrae und
fügt
angesichts
der Brisanz
solcher
Datenmengen
gleich
hinzu:
"Alles ist
datenschutzrechtlich
überprüft."
Für Uwe
Jablonka,
Leiter der
Abteilung
Baufinanzierung
bei der
Westdeutschen
Immobilienbank,
ist Immoment
längst ein
unersetzliches
Arbeitsmittel:
"Als
überregional
tätiges
Institut
sind wir
darauf
angewiesen,
dass wir in
Deutschland
über die zu
finanzierenden
Objekte
jeweils die
aktuellsten
Informationen
bekommen. Da
hilf uns
Immoment
weiter, weil
wir über
eine
zentrale
Plattform
die
entsprechenden
Daten
gesammelt
abrufen
können."
Konkurrenzangebote
zu Immoment
gibt es
derzeit
praktisch
nicht. Und
wenn, dann
sind sie
erst im
Aufbau
begriffen.
Wenn es um
die
Bewertung
einer
Immobilie
geht, dann
reicht
längst nicht
mehr ein
Blick in den
Stadtplan.
Es gibt
neben der
Beschreibung
des Objektes
sehr viel
mehr
Indikatoren:
das
Wohnumfeld,
seine Lage
im
Siedlungsraum,
seine
Nutzung und
vor allem
die
soziodemographische
und
sozioökonomische
Struktur der
Konsumenten
im Objekt
selbst oder
in seinem
unmittelbaren
Umfeld. Die
Anschrift
wird
geo-referenziert.
Die
Geo-Referenz,
das ist ein
Code aus
genauer
Zuordnung
von Längen-
und
Breitengrad,
ist dann
Ausgangspunkt
für alle
weiteren
Recherchen.
Indikatoren
zur
Bewertung
der
Ausfallwahrscheinlichkeit
von
Konsumentenkrediten
wie zur
Beurteilung
der
Mobilität
der Bewohner
und
gewerblichen
Nutzer im
Objekt und
seinem
Umfeld
gehören zu
den
Informations-Komponenten.
Zu
gewerblichen
Immobiliennutzern
werden
klassifizierte
Branchen-,
Umsatz- und
Mitarbeiterangaben
gemacht. Ein
Klick mit
der Maus
stellt die
Verbindung
zur
Wirtschaftsauskunft
her.
"Erst aus
dieser
Vielzahl von
Informationen
entsteht das
exakte Bild
einer
Immobilie",
schildert
Andrae das
Angebot.
"Erst wenn
alle
verfügbaren
und
entscheidenden
Daten
sinnvoll
miteinander
verknüpft
und
objektbezogen,
einschließlich
Karten und
Bildern,
präsentiert
werden,
lässt sich
eine
Immobilie
hinreichend
objektiv
bewerten."
So werden
reine
Gebäude- und
Grundstücksinformationen
mit
variablen
und
möglichst
zeitnahen
Daten zu
Standort,
Objekt- und
Flächennutzung,
Bodenrichtwerten,
Mieten und
Wirtschaftsgrunddaten
ergänzt.
Die
Bearbeitung
von
Darlehensanträgen
lässt sich
so deutlich
beschleunigen.
Andrae:
"Erst durch
die schnelle
Abfragemöglichkeit
einer
Vielzahl von
Daten lässt
sich eine
regelmäßige
Risikoanalyse
und damit
die
Beobachtung
der Risiken
im
Immobiliengeschäft
mit
vertretbarem
Aufwand
realisieren."
Und damit
biete
Immoment
eine
technische
Lösung, mit
der
Finanzinstitute
den
veränderten
Anforderungen
gemäß "Basel
II"
nachkommen
können.
Basel II
verlangt von
den Banken
eine
risikoadäquate
Bereitstellung
von
Eigenkapital,
wobei die
Kreditinstitute
in
Abstimmung
mit der
Bankenaufsicht
eigene
Risiko-
Bewertungssysteme
einsetzen
können.
Wenn Banken
mehrere
Tausend
Immobilienkredite
zu verwalten
haben,
bedeutet
eine
händische
Überprüfung
trotz der
Online-Abfragemöglichkeiten
immer noch
ein immenser
Aufwand.
Daher bietet
Immo-Check
auch
Softwarelösungen
an, um eine
Integration
der
Immoment-Daten
automatisch
in
Geschäftsprozesse
einzubinden.
Durch die
Benutzerkennung
wird je nach
Benutzergruppe
die
jeweilige
Zugangstiefe
zu den
verfügbaren
Daten
gesteuert.
So werden
auch nur die
tatsächlich
abgerufenen
Informationen
("Pay-per-click")
abgerechnet.
Autor:
Grass,
Siegfried
Dokumentnummer
080301749